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Kriegsschiff hautnah: Die FNS Porkkala (91) bei den Kotkan Meripäivät

Grauer Stahl, das leise Klappern der Taue im Wind und der markante Geruch von Salzwasser und Diesel. Wer schon einmal an einem Marineschiff aus nächster Nähe vorbeigegangen ist, kennt dieses Gefühl: Man wird automatisch etwas leiser. Genau diesen Moment durfte ich bei den diesjährigen Kotkan Meripäivät erleben, direkt vor der FNS Porkkala (91), einem Minenleger der finnischen Marine (Suomen Merivoimat).



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Was ist die FNS Porkkala eigentlich für ein Schiff?

Die Porkkala gehört zur sogenannten Pansio-Klasse, einer Gruppe von drei fast identischen Schiffen der finnischen Marine: Pansio (90), Porkkala (91) und Pyhäranta (92). Alle drei wurden Anfang der 1990er-Jahre auf der Olkiluoto-Werft gebaut und zwischen 1991 und 1993 in Dienst gestellt. Die Porkkala selbst lief am 29. Oktober 1992 vom Stapel und ist seither im 7. Geschwader der Oberflächenkriegsführung stationiert, mit Heimathafen in Upinniemi bei Kirkkonummi.


Auf den ersten Blick wirkt das Schiff unscheinbar, fast wie ein robuster Behördenkutter. Genau das ist aber der Punkt: Die Pansio-Klasse wurde als echtes Mehrzweckschiff konzipiert. Die Kernaufgaben sind:

  • Minenlegen, daher auch die offizielle Bezeichnung Minenleger beziehungsweise Minentransporter

  • Truppen- und Materialtransport, mit Kapazität für bis zu 200 Personen oder rund 100 Tonnen Fracht

  • Mutterschiff-Funktion für kleinere Einheiten bei Küsteneinsätzen

  • Ölbekämpfung und Unterstützung im Rahmen der finnischen Küstenverteidigung


Mit rund 43 Metern Länge und etwa 600 bis 680 Tonnen Verdrängung ist die Porkkala vergleichsweise klein, dafür aber eisverstärkt und damit auch für die anspruchsvollen Wintermonate im Finnischen Meerbusen ausgelegt. Angetrieben wird sie von zwei Dieselmotoren mit einer Höchstgeschwindigkeit von etwa 11 Knoten, die Besatzung umfasst normalerweise etwa 22 Personen.


Eine Modernisierung fürs nächste Jahrzehnt

Was das Schiff besonders macht: Es ist alles andere als ein Museumsstück, auch wenn der Rumpf über 30 Jahre alt ist. Zwischen 2015 und 2017 wurden alle drei Schiffe der Pansio-Klasse im Rahmen eines groß angelegten Modernisierungsprogramms grundlegend überholt. Verantwortlich dafür war Atlas Elektronik Finland in Zusammenarbeit mit der Werft Uudenkaupungin Työvene. Die Porkkala selbst wurde im Mai 2017 mit neuer Antriebstechnik, überarbeiteter Navigation und modernisierten Einsatzsystemen an die Marine zurückgegeben. Ziel des rund 23,7 Millionen Euro teuren Projekts war es, die Schiffe bis in die 2030er-Jahre einsatzfähig zu halten.


Die Kotkan Meripäivät: Mehr als nur ein Hafenfest

Dass die Porkkala überhaupt zum Anfassen nah in Kotka lag, hat mit einem der größten Volksfeste Finnlands zu tun: den Kotkan Meripäivät, dem Kotka Maritime Festival. Seit 1962 verwandelt sich die Hafenstadt Kotka in Südostfinnland jedes Jahr am letzten Juliwochenende in ein einziges großes Meeresfest. Mit rund 200.000 Besuchern gehört das Festival zu den größten Veranstaltungen des Landes und bietet Programm für alle Altersgruppen, von Konzerten über Märkte bis hin zu Schiffsbesichtigungen im Kantasatama, dem historischen Hafenareal der Stadt.


Genau dort, zwischen Segelbooten, Ständen und Musik, liegen während der Meripäivät regelmäßig auch Einheiten der finnischen Marine vor Anker und laden Besucher zur Besichtigung ein. Für mich war das die perfekte Gelegenheit, einmal so nah an einem echten Kriegsschiff zu stehen, wie man es sonst nur aus Dokumentationen kennt.


Warum solche Schiffe für Finnland so wichtig sind

Wer sich mit finnischer Sicherheitspolitik beschäftigt, merkt schnell: Minenkrieg und Küstenverteidigung spielen für Finnland eine besonders große Rolle. Die lange, verwinkelte Küstenlinie mit unzähligen Schären macht klassische Landungsoperationen für einen Gegner extrem schwierig, gleichzeitig aber auch die eigene Verteidigung anspruchsvoll. Minenleger wie die Porkkala sind deshalb ein zentraler Baustein der finnischen Marinestrategie, seit Jahrzehnten und gerade jetzt, seit Finnlands NATO-Beitritt 2023, wieder verstärkt im sicherheitspolitischen Fokus.


Würdest du an Bord gehen?

Ein Kriegsschiff hautnah zu erleben ist etwas anderes, als nur Bilder davon zu sehen. Man spürt die Dimensionen, hört die Geräusche, sieht die Details der Ausrüstung, die auf Fotos oft gar nicht auffallen. Genau das wollte ich mit dem Video einfangen.


Was denkst du: Würdest du selbst an Bord eines solchen Schiffs gehen? Schreib es gerne in die Kommentare unter dem Video!


Mehr Erlebnisse, Reisetipps und Abenteuer aus Finnland gibt es auf dem Kanal Finnland Club.

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