5 Sommer-Geheimtipps in Südfinnland: Seenland, Hanko und Schärenmeer
Aktualisiert: vor 1 Tag
Wer an einen Sommerurlaub in Finnland denkt, hat oft zuerst Lappland und die Mitternachtssonne im Kopf. Dabei liegt eine der schönsten Sommerrouten des Landes ganz im Süden, zwischen Seenland, Wald, Meer und Schäreninseln.
Ich lebe seit einigen Jahren mit meiner finnischen Familie in Südkarelien. Gerade der Süden zeigt, wie vielseitig ein finnischer Sommer sein kann, wenn man sich Zeit nimmt, statt von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten zu hetzen. In diesem Artikel nehme ich dich mit zu fünf Themen: das Seenland, das Jedermannsrecht, die Bäderstadt Hanko, das Schärenmeer mit seinen kostenlosen Fähren und die Region Turku mit Naantali und Moominworld.
Seenland & Entschleunigung, Slow Travel am Wasser
Jeden Sommer beginnt in Finnland eine kleine Völkerwanderung. Die Menschen verlassen die Städte und ziehen hinaus zu ihrer Hütte, dem Mökki, mitten im Seenland. Über eine halbe Million solcher Hütten gibt es im Land, umgeben von den mehr als 188.000 Seen, für die Finnland bekannt ist.
Im Kern geht es beim Hüttenleben, auf Finnisch mökkielämä, um Entschleunigung und ein Leben im Rhythmus der Natur. Der Tag beginnt mit Kaffee auf dem Steg, es folgt ein Sprung vom warmen Saunakörper in den kühlen See, und abends sitzt man einfach am Wasser und schaut den hellen Nächten zu. Die finnische Seenplatte, mit dem Saimaa als größtem See, gilt als das größte zusammenhängende Seengebiet Europas. Wer im Süden unterwegs ist, findet in Regionen wie Südkarelien und Savonlinna ideale Ausgangspunkte für dieses Lebensgefühl.
Bildmaterial: Visit Finland & Visit Turku
Jedermannsrecht, frei durch Wald und Wildnis
Was für Reisende aus Mitteleuropa oft ungewohnt ist: In Finnland darf sich praktisch jeder frei in der Natur bewegen, unabhängig davon, wem das Land gehört. Dieses Jedermannsrecht, auf Finnisch jokamiehenoikeus, erlaubt es, durch Wälder zu wandern, in Seen zu schwimmen und auf fast 90 Prozent der Landesfläche unterwegs zu sein, ohne den Grundbesitzer um Erlaubnis zu fragen.
Besonders beliebt im Spätsommer: das Sammeln von wilden Beeren und Pilzen für den Eigenbedarf, etwa Blaubeeren, Preiselbeeren und Pfifferlinge. Ein paar Regeln gehören dazu:
Privatgärten und unmittelbare Hausnähe bleiben tabu
Ein Lagerfeuer ist nur an ausgewiesenen Stellen erlaubt
Was du mitnimmst, hinterlässt keinen Müll
Wenn du dich schon vor der Reise mit ein paar finnischen Begriffen wie marja (Beere) oder metsä (Wald) vertraut machen möchtest, hilft dabei zum Beispiel ein strukturierter Finnischkurs von Sprachenlernen24.
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Hanko, die maritime Südspitze Finnlands
Ganz im Süden, dort wo das Festland endet, liegt Hanko, die südlichste Stadt Finnlands. Die Zeit als Kurort begann hier bereits im späten 19. Jahrhundert, und bis heute prägen prächtige Holzvillen aus dieser Ära das Stadtbild. Mit rund 130 Kilometern Küste und feinsandigen Stränden gilt Hanko als einer der sonnigsten Orte des Landes.
Das Wahrzeichen der Stadt ist der Wasserturm, von dessen Aussichtsplattform man bei klarem Wetter bis zu den vorgelagerten Leuchttürmen blicken kann, etwa zur kleinen Festungsinsel Gustavsvärn oder zum weiter entfernten Bengtskär, dem höchsten Leuchtturm Nordeuropas. Im Sommer bringen Bootsausflüge Besucher zu beiden Inseln.
Bildmaterial: Visit Finland & Visit Turku
Schärenmeer & die kostenlosen gelben Fähren
Vor der Südwestküste Finnlands erstreckt sich eines der größten Archipele der Welt: das Schärenmeer mit über 20.000 Inseln. Wer es erkunden möchte, folgt am besten dem Archipelago Trail, einer rund 250 Kilometer langen, ausgeschilderten Route, die Turku über Brücken, schmale Straßen und mehrere Fährverbindungen mit den größeren Inseln Pargas, Nagu, Korpo, Houtskär und Iniö verbindet.
Ein echter Insider-Tipp dabei: Die meisten der gelben Fähren, in Finnland Lossi oder Lautta genannt, sind völlig kostenlos. Sie gehören zum staatlichen Straßennetz und funktionieren wie mobile Brücken. Nur eine einzige Strecke auf der Route ist kostenpflichtig. Die Fahrt mit dem Fahrrad oder dem Auto von Fähre zu Fähre gehört für mich zu den schönsten und entspanntesten Arten, Finnland im Sommer zu erleben, ganz nebenbei lässt sich die Gegend auch hervorragend mit dem Kajak erkunden.
Turku & Naantali, Geschichte trifft Moominworld
Turku ist die älteste Stadt Finnlands und gleichzeitig eine der lebendigsten. Am Ufer des Flusses Aura reihen sich Restaurants und Cafés aneinander, und über das Jahr verteilt finden hier zahlreiche Food-Festivals statt, vom Frühkartoffelmarkt im Juni bis zum Heringsmarkt im Herbst.
Nur etwa 15 Kilometer weiter liegt Naantali, einer der ältesten Urlaubsorte Finnlands mit malerischer Altstadt und langer Spa-Tradition. Hier, auf der kleinen Insel Kailo, befindet sich Moominworld, der Themenpark rund um die Mumins, mit dem Mumin-Haus, der Fliegerschule der Hexe und einem eigenen Strand direkt am Park. Im Sommer 2026 hat Moominworld von Anfang Juni bis Ende August geöffnet, die genauen Öffnungszeiten variieren je nach Saisonabschnitt und lassen sich am besten kurz vor der Reise auf der offiziellen Website prüfen.
Bildmaterial: Visit Finland & Visit Turku
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Diese fünf Stationen zeigen für mich, warum sich ein Sommer im Süden Finnlands lohnt, auch ohne den weiten Weg nach Lappland. Seenland, freie Natur, eine charmante Bäderstadt, ein Inselparadies mit kostenlosen Fähren und die Kombination aus Geschichte und Familienspaß in Turku und Naantali lassen sich gut zu einer entspannten Rundreise verbinden, ganz im Sinne des finnischen Lebensgefühls: langsamer, näher an der Natur und ohne Zeitdruck.
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