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Saab 91 D Safir: Der schwedische Trainer der Ilmavoimat

Aktualisiert: 16. Aug.

Wer beim Stichwort Finnland zuerst an Sauna und Seen denkt, hat das Karjalan ilmailumuseo noch nicht besucht. Direkt am Flughafen Lappeenranta, nur wenige Kilometer von unserem Zuhause hier in Südkarelien entfernt, steht ein Klassiker der schwedisch-finnischen Luftfahrtgeschichte: die Saab 91 D Safir. Für unser neuestes YouTube Short war ich vor Ort und habe mir dieses Schulflugzeug der finnischen Luftwaffe genauer angesehen. Hier bekommst du alle Fakten dazu.



Was ist die Saab 91 D Safir?

Die Saab 91 Safir ist ein einmotoriges, dreisitziges (in späteren Varianten viersitziges) Tiefdecker-Schulflugzeug des schwedischen Herstellers Saab. Entworfen wurde sie von A.J. Andersson, der zuvor bei Bücker Flugzeugbau gearbeitet hatte. Deshalb erinnert die Safir aerodynamisch stark an die deutsche Bücker Bü 181 Bestmann.


Geschichte und Entwicklung

Der Erstflug des Prototyps fand am 20. November 1945 statt. Insgesamt wurden zwischen 1946 und 1966 exakt 323 Maschinen gebaut. Weil die Produktionskapazitäten bei Saab durch das Strahlflugzeug Saab 29 Tunnan stark ausgelastet waren, wurde ein Teil der Fertigung an das niederländische Unternehmen De Scheide ausgelagert. Die Safir diente weltweit in über 20 Ländern als Militär- und Zivilflugzeug, unter anderem bei den Luftstreitkräften von Schweden, Norwegen, Österreich, Äthiopien und Tunesien sowie bei Flugschulen von Lufthansa, Air France und KLM.


Die Modellreihe im Überblick

  • Saab 91A: angetrieben von einem de Havilland Gipsy Major X mit 145 PS

  • Saab 91B & 91C: ausgestattet mit einem 6-Zylinder Lycoming O-435 Motor

  • Saab 91D: die finale Hauptvariante mit einem Lycoming O-360-A1A 4-Zylinder-Boxermotor (180 PS)


Die Saab 91 D Safir bei der finnischen Luftwaffe (Ilmavoimat)

Ende der 1950er Jahre suchte die finnische Luftwaffe einen modernen Nachfolger für die veralteten Doppeldecker-Schulflugzeuge Viima und Stieglitz. Zwischen 1958 und 1963 beschaffte die Ilmavoimat insgesamt 36 Exemplare der Safir. Eingesetzt wurden sie vor allem für die Pilotenausbildung an der Luftwaffenakademie in Kauhava sowie als Verbindungs- und leichtes Transportflugzeug auf verschiedenen Luftwaffenstützpunkten.


Die SF-2 im Karjalan ilmailumuseo

Die im Museum ausgestellte Maschine SF-2, später als OH-SFB im zivilen Einsatz, war eines der ersten beiden Exemplare, die am 19. Dezember 1958 in Finnland eintrafen. Ihren letzten Flug absolvierte sie am 3. Juni 1982, mit insgesamt 6.312 Flugstunden auf dem Zähler. Drei Maschinen wurden nach ihrer Zeit bei der Luftwaffe zudem vom finnischen Grenzschutz (Rajavartiolaitos) für die Navigationsausbildung genutzt. Heute steht die SF-2 im Karjalan ilmailumuseo in Lappeenranta und lässt sich dort aus nächster Nähe besichtigen.



Technische Daten der Saab 91 D Safir

  • Spannweite: 10,60 m

  • Länge: 8,03 m

  • Höhe: 2,20 m

  • Flügelfläche: 13,6 m²

  • Triebwerk: 1x Lycoming O-360-A1A, 4-Zylinder-Boxermotor, luftgekühlt, 180 PS (134 kW)

  • Maximales Startgewicht (MTOW): 1.205 kg

  • Höchstgeschwindigkeit auf Meereshöhe: 265 km/h

  • Steigzeit auf 3.000 m: 17,5 Minuten

  • Dienstgipfelhöhe: 4.600 m

  • Reichweite: 950 bis 1.060 km, je nach Konfiguration

  • Bauweise: Ganzmetallkonstruktion, Steuerflächen und hinterer Rumpfteil stoffbespannt


Fazit

Die Saab 91 D Safir ist ein Paradebeispiel für nordische Luftfahrtgeschichte: schwedische Konstruktion, deutsche Wurzeln im Design und fast 24 Jahre treuer Dienst bei der finnischen Luftwaffe. Wer in Südkarelien unterwegs ist, sollte dem Karjalan ilmailumuseo unbedingt einen Besuch abstatten, die SF-2 ist dort nur eines von vielen spannenden Exponaten.


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Noch mehr finnische Luftfahrt- und Technikgeschichte gibt es in unserer YouTube-Playlist Historische Technik & Geschichte Finnland: Militär, Eisenbahn & Luftfahrt.

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